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2017 bockschaedel

Alternativen zum Bleichen von Bockschädeln mit 30%-Wasserstoffperoxid

Bekanntlich hat eine Änderung im Chemikalienrecht dazu geführt, dass Jäger 30 %-iges Wasserstoffperoxid nicht mehr erwerben dürfen.

Doch was tun - wie bekommt man den Bockschädel trotzdem weiß!? - ES GIBT Alternativen...

Für die Abgabe dieser Chemikalie an private Endverbraucher gelten die Vorgaben der EU-Verordnung (EU) Nr. 98/2013 (Verordnung über die Vermarktung und Verwendung von Ausgangsstoffen für Explosivstoffe) unmittelbar. Gemäß Art. 4 Abs. 1 der EU-Verordnung ist die Abgabe von Wasserstoffperoxid-Lösungen über 12 % an ein sog. "Mitglied der Allgemeinheit" verboten. Damit ist die Abgabe von Wasserstoffperoxid-Lösungen über 12 % an private Endverbraucher und damit auch an private Jäger nunmehr verboten.

Wenn auch Herr Staatsminister Helmut Brunner daher Initiativen zugunsten der bayerischen Jägerinnen und Jäger unterstützt und sich daher an die für diese Fragen zuständigen Herrn Staatsminister Joachim Hermann und Frau Staatsministerin Ulrike Scharf gewandt hat, können wir nicht darauf bauen, dass 30%-iges WStpO zukünftig wieder zu erhalten.

Doch dies ist auch nicht unbedingt notwendig: Hier die Alternativen …

Die Arbeitsschritte bis zum Bleichen

Ein Rehbock ist erlegt. Das Haupt wird zwischen dem Hinterhauptbein und dem ersten Halswirbel abgetrennt. Am einfachsten ist das Präparieren der Rehkrone im frischen Zustand. Falls man hierfür keine Zeit findet, wird das Haupt in einem Plastiksack verpackt und eingefroren. Keinesfalls darf man vor dem eigentlichen Präparieren die Decke abschärfen und den blanken Schädel einfrieren. Schweiß und Fette führen dann zu gelblichen Verfärbungen im Schädelknochen, die nur sehr schwer zu bleichen sind.

Wenn’s dann an die Arbeit geht, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Zunächst wird die Decke vom Haupt geschärft und der Unterkiefer ausgelöst. Es folgt das Abschlagen des Gehörns. Dies geschieht mit Hilfe einer Säge, freihändig oder per Klemmvorrichtung.

Wie groß der Schädel werden soll, ist Geschmackssache. Standard ist mit Nasenbein. Stärkere Trophäen werden oft mit Gaumenbein oder ganzem Oberschädel präpariert.

Das abgeschlagene Gehörn wird von Lichtern, Hirn und groben Wildbretfetzen befreit. Anschließend wird der Schädel 2–3 Tage gewässert. Bei täglichem Wasserwechsel und Zugabe von Spülmittel oder Waschpulver werden Schweiß sowie Fett aus dem Schädelknochen gezogen. Zudem wird schon der Knochen gebleicht und anhaftendes Wildbret mürbe.

Bei ausreichend langer Wässerung zersetzt sich das Fleisch, so dass nach etwa 1-stündigem Kochen sämtliche Wildbret- und Sehnenreste sich leicht mit einem Schabmesser vom Knochen lösen. Auch beim Kochen wird dem Wasser Spül- oder Waschmittel zugegeben, um weitere Fette zu lösen.

Kochen/Bleichen - Klassisches Vorgehen:

Anschließend wird die Rehkrone etwa einen Tag lang getrocknet. Dann erfolgt das Planschleifen auf einem Bandschleifer. Der Schädel kann nun in Watte oder Tempos gehüllt und mit (30%) Wasserstoffperoxid getränkt werden.

Kochen/Bleichen – Alternative 1 – 12%-iges Wasserstoffperoxid

Nach dem Kochen mit Spülmittel: Kochen des Schädels in einem Gemisch aus Wasser und Wasserstoffperoxid (12 Prozent) im Verhältnis von 8:1. Durch das Erhitzen des Gemisches wird Wasserstoffperoxid aggressiv. Binnen kurzer Zeit werden dem Knochen überschüssige Fette entzogen und der Schädel rein gebleicht.

Die Trophäe wird – nach dem Bleichvorgang von etwa 5 Minuten – aus dem köchelnden Gemisch genommen und unter laufendem kalten Wasser mit Spülmittel gereinigt. So werden Eiweiße gelöst und restliche Fette vom Knochen abgewaschen. In diesem Zustand fettet der Knochen nicht mehr nach. Somit wird er auch nicht vergilben. Das Ergebnis ist eine Trophäe, an der sich der Erleger Jahrzehnte lang erfreuen kann.

Kochen/Bleichen – Alternative 1 – 1%-iges Wasserstoffperoxid

Nach dem Kochen mit Spülmittel: Über Nacht wird der Kopf jetzt in 1%iger Wasserstoffperoxid-Lösung gebleicht (E). Die 1%ige Wasserstoffperoxid-Lösung kann zum Bleichen auch heiß sein (einfach die Verdünnung mit heißem Wasser herstellen), dann geht's schneller. Dann wird der Kopf von weiteren Geweberesten gereinigt, bis der fertige weiße Schädel getrocknet und letzte angetrocknete Fleischreste mit einer Bürste entfernt werden. Falls noch Fett im Schädel zu erkennen ist, kann der Kochschritt in Waschmittel-Lauge wiederholt werden.

Autor: Martin Geyer

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